Die junge belgische Werkstatt FABLAB Geel als Impulsgeber für die Schule des 21. Jahrhunderts

KOGEKA

Erst Anfang des Jahres 2018 hat das FABLAB Geel seine Türen geöffnet. Die moderne öffentliche Werkstatt im Gebäude der Schule Sint Jozef im belgischen Geel – Teil der Schulgemeinschaft KOGEKA – wurde in enger Zusammenarbeit mit Roland DG Benelux, das ebenfalls seinen Sitz in Geel hat, mit computergesteuerten Maschinen ausgestattet. Hier können nicht nur alle Schüler sondern auch örtliche Unternehmen und Privatpersonen einen Schneideplotter, eine Fräsmaschine, einen 3D-Drucker, einen UV-Drucker und ein Inkjetdruck-Schneide-Kombigerät nutzen. KOGEKA-Direktor Bob Heylen ist stolz auf das FABLAB: „Wir wollen eine echte Schule des 21. Jahrhunderts sein.

Bob Heylen & Bram Vleugels

Bram Vleugels & Bob Heylen 

Bob Heylen kam 2013 als Direktor zu KOGEKA, einer technisch und berufsbegleitend ausgerichteten Schulgemeinschaft bestehend aus einer Grundschule und fünf weiterführenden Schulen mit insgesamt fast 5000 Schülern. In Geel und der unmittelbaren Nachbarschaft in Kasteren gibt es ein breites Programmangebot, das zum Teil einmalig in der Region oder in (fast) ganz Flandern ist. Dazu zählen eine Reihe von technischen Ausbildungsgängen und auch Angebote in den Bereichen Handel, Ernährung und Pflegeberufe.

Neue Sicht der Bildung

Heylen hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine neue Vision von guter Ausbildung zu entwickeln: „Wir müssen das Konzept ‚Schule‘ gedanklich neu angehen. Denn eine Schule ist keine Insel in der Gesellschaft: Wir müssen im gesamten Unterricht von den sozialen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen ausgehen.“ Inspiriert wurde er unter anderem von einem Studientag zum Thema „erholungsorientiertes Arbeiten“, in dem das Schaffen eines positiven Schulklimas im Mittelpunkt stand, und durch das pädagogische Konzept des LED-Lernens (die Abkürzung LED steht in diesem Fall für die niederländischen Wörter „lebensnah, zeitgemäß und nachhaltig“), das fit machen will für die Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts. Zudem möchte die Schule eine Antwort auf den STEM-Aktionsplan der flämischen Regierung geben. Er verfolgt das Ziel, technologische, technische,  naturwissenschaftliche und mathematische Bildungsgänge und Berufe attraktiver zu machen. Heylen: „Wir bekommen wöchentlich Anrufe von Firmen, die technisch ausgebildete Mitarbeiter suchen.“

In der neuen Vision, die auf der Verbindung von Lernen, Leben und Arbeiten beruht, wurde der Ausgangspunkt so formuliert: „Sint Jozef Geel will ein Ort sein, wo man zusammenkommt und voneinander lernt. Wir sehen das Zusammenkommen und die daraus entstehenden Beziehungen als entscheidende Voraussetzungen für die Entwicklung des Menschen und unserer Schule.“ Die Schule möchte dabei mitten in der Gemeinschaft von Schülern, Lehrern, Einheimischen und der örtlichen Wirtschaft stehen. „Aber wie können wir das verwirklichen und fassbar machen?“, lautet für Heylen dann die Frage. Das Phänomen „FabLab“ gibt eine Antwort.

Breites Spektrum an Techniken

Der Name FabLab ist eine Kurzform von FABrication LABoratory. Das Konzept stammt aus den USA. Inzwischen gibt es weltweit rund 600 öffentliche Werkstätten, in denen Menschen mit digital gesteuerten Maschinen arbeiten können, um Ideen und Entwürfe in die Praxis umzusetzen. Nach Besuchen in bestehenden FabLabs in den belgischen Städten Löwen, Aalst und Antwerpen wurde klar, dass dieses Konzept genau den Wünschen und Zielen von Sint Jozef Geel entspricht.

Schnell entstand dann auch der Kontakt mit dem Maschinenlieferanten Roland DG auf, der sein Distributionszentrum und „Creative Center“ ganz in der Nähe der Schule hat. Gert Cuypers, 3D Consultant bei Roland DG, hat bei der Realisierung des Projekts geholfen: „Roland DG ist seit langem ein bevorzugter Lieferant der FabLabs in aller Welt. Zum großen Teil liegt das an der breiten Palette der von uns angebotenen Techniken. Die Initiative in Geel ist für uns aber etwas Besonderes, denn normalerweise beliefern wir Unternehmen immer über unsere Distributoren. Aber als Partner vor Ort sind wir hier direkt beteiligt. Dadurch können wir nicht nur noch besser und schneller Unterstützung leisten. Wir konnten der Schule auch ein schönes passendes Angebot machen.“

Technische Ausbildung „wieder ‚sexy‘ machen“

In enger Zusammenarbeit wird für das FABLAB Geel ein vielseitiger Maschinenpark zusammengestellt. Cuypers: „Durch die Wahl etwas kleinerer Maschinen können wir mit unserem Budget dennoch eine breite Palette an Möglichkeiten anbieten, die über den reinen 3D-Druck hinausgehen. Roland DG hat außerdem einen GS-24 Schneideplotter, eine MDX-50 Fräsmaschine, einen LEF-200 UV-Drucker und einen SP-540i Inkjet-Drucker/Schneidemaschine geliefert. So haben die Nutzer viel umfassendere Möglichkeiten, die sie zu neuen Ideen anregen.“ Im Rahmen des Projekts investiert Roland DG auch in die Ausbildung der Mitarbeiter von Sint Jozef Geel und stellt Anleitungen und Tutorials zur Verfügung. „Wir wollen den Schulen helfen, bei der Digitalisierung, die in vielen Märkten und Prozessen abläuft, am Ball zu bleiben. Zugleich erkennen wir, dass Unternehmen am Ort nicht immer in der Lage sind, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Deshalb investieren wir gerne in dieses Projekt. Zudem haben technische Berufe teilweise einen schweren Stand, da viele Eltern und Kinder sich eher für einehochschulorientierte Ausbildung entscheiden. Mit diesen neuen Technologien möchten wir sie wieder ‚sexy‘ machen.

Nieuwe technieken

 

Impuls für Zukunftspläne

Auch Bram Vleugels hat eine mehrtägige Ausbildung bei Roland DG absolviert, anschließend hat er sich als verantwortlicher Koordinator des FABLAB Geel vor allem auch selbst mit den Maschinen an die Arbeit gemacht. Er unterrichtet Elektrotechnik und Maschinenbau: „Im FABLAB können die Schüler schnell und einfach ihre Projekte unmittelbar anfertigen. In der Vergangenheit war das mit viel mehr Arbeit verbunden. Unlängst kam zum Beispiel im Ausbildungsgang Ernährung die Idee auf, hier Formen für Pralinen herzustellen.“ Nach rund einem halben Jahr kommt das FABLAB Geel gut in Gang, sagt Vleugels: „Im Mai und Juni waren wir sehr stark mit Studenten – auch aus externen Bildungsgängen – ausgelastet, die hier Projekte ausgeführt haben. Auch Unternehmen und zum Beispiel Hobby-Anwender kommen zu uns, um Dinge auszuprobieren. An zwei Abenden in der Woche nutzt die Abendschule diesen Raum. Sogar in den Sommerferien waren wir beschäftigt: Mit einem sehr erfolgreichen „Roboter-Camp“, in dem 15 Jungen und Mädchen ihr eigenes Roboterfahrzeug gebaut haben."

Bob Heylen und Bram Vleugels freuen sich über die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung von Roland DG bei der Realisierung des FABLAB Geel. In diesem Schuljahr feiert die KOGEKA-Schule ihr 100-jähriges Bestehen: „Dieses Projekt gibt unseren Zukunftsplänen einen enormen Schub.