PublishingPraxis Tests our SOLJET PRO III XC-540

Roland XC-540: Drucken und Schneiden in dritter Generation

Mit dem XC-540 bietet der japanische Hersteller Roland ein Komplettpaket an, das auch anspruchsvolle Anwender überzeugen soll. Wir haben getestet, wie gut dies gelingt.

Die Aufgabenstellungen für Werbetechniker sind vielfältig und stellen zum Teil sehr verschiedene Anforderungen an Drucksysteme. Wer auf der Suche nach einem möglichst universellen Drucker für Aufkleber, Banner und Beschilderungen ist, könnte beim Soljet Pro IM XC-540 von Roland fündig werden. Wir prüfen den Drucker im Testlabor auf seine Fähigkeiten.

Mächtig: Mit der optionalen Trocknungseinheit ist der XC-540 eine imposante Erscheinung.

Im Vergleich zu vielen anderen Druckern kann der Soljet Pro III XC-540 nicht nur drucken, sondern bietet auch die Funktionalität eines Plotters für Konturschnitt. Dadurch erweitert sich das Anwendungsspektrum erheblich und somit kann der Dienstleister mit nur einem Gerät gedruckte Aufkleber in fast jede Form bringen. Dies ist jedoch nur eine Aufgabe, der sich das Testgerät stellen muss.

Testaufbau: Wir testen den Drucker unter möglichst praxisnahen Bedingungen und deshalb auch mit realen Jobdaten, das Spektrum reicht dabei vom Aufkleber über verschiedene Banner bis hin zum Bilderdruck auf Canvas. Mit diesen Aufgabenstellungen untersuchen wir Druckqualität, Geschwindigkeit und die Kompatibilität der Tinten mit verschiedenen Druckmedien. Außerdem drucken wir auch einige technische Dateien, mit denen wir die Grenzen des Systems ausloten wollen.

Hardware: Wie schon der Familienname Soljet Pro III verrät, repräsentiert der XC-540 die dritte Generation von Rolands Lösemitteldruckern. Vergleicht man ihn mit seinen Vorgängern, fallen einige Detailverbesserungen auf, die sich in der Praxis positiv bewähren sollten.

Dazu zählt die optimierte Medienaufwicklung, die nun endlich zur Grundausstattung gehört. Eine weitere, eher unscheinbare Verbesserung befindet sich am Druckbett, wo das Riffelblech durch eine glatte Variante ersetzt ist. In Kombination mit der modifizierten Heizung sorgt es für eine bessere Tintentrocknung. Gleichzeitig scheint die neue Konstruktion auch die Probleme mit statischer Aufladung auf manchen Druckmedien zu reduzieren. Auch neu ist die optionale Trocknungseinheit mit der großen Heizfläche und dem Gebläse. Insgesamt macht die Hardware des Roland Soljet Pro III XC-540 einen durchdachten und soliden Eindruck.

Software: Roland liefert seine Drucker aktuell mit der RlP-Software Versa Works aus. Nach Color Choice und Color RIP geht damit auch bei der Software die dritte Generation an den Start. Die Verbesserungen sind allerdings nicht so offensichtlich. Versa Works bietet alle wichtigen Grundfunktionen, die man von einem RIP für den Großformatdruck erwartet. Dazu zählen das Panelieren, das Nesting oder moderate Farbkorrekturen. Sehr interessant ist die Tatsache, dass der PostScript-Interpreter direkt von Adobe kommt, was besonders der Verarbeitung von PDF-Daten zugute kommt. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Kommunikation zwischen Hard-und Software via Netzwerk, wodurch der Anwender den Drucker leichter überwachen kann.

Doch die Software überzeugt uns nicht in allen Bereichen. Bei der Erstellung von neuen Medienprofilen offenbart Versa Works eine unerwartete Schwäche. Im Vergleich zu anderen RIP-Lösungen stehen dem Anwender weniger Einstellungen wie Anzahl der Passes oder die Steuerung der Tröpfchengröße zur Verfügung, was sich nachteilig auf Druckqualität oder Geschwindigkeit auswirken kann. Deshalb arbeiten wir im Test zusätzlich mit Posterprint von Rrgosoft und Postershop von Onyx, deren Treiber exakt die vermissten Möglichkeiten bieten.

Eco-Sol Max: Rolands Soljet-Drucker arbeiten mit lösemittelhaltigen Tinten der Kategorie Ecosolvent. Diese enthalten nur einen geringen Anteil leichtflüchtiger Stoffe und sind deshalb in der Handhabung unproblematischer als schärfere Lösemitteltinten. Dies zeigt sich durch weniger Geruchsbelästigung und einfachere Reinigung des Druckers. Doch die positiven Aspekte erkauft man sich mit einem ebenso spürbaren Nachteil: Der reduzierte Lösemittelanteil sorgt für schlechtere Tintentrocknung auf den meisten Druckmedien. Die Folge: Geringere Geschwindigkeit oder kleinerer Farbraum.

Grundsätzlich ist es aber mit den Tinten Eco-Sol-Max kein Problem, auf unbeschichtete PVC-Materialien wie Folie oder Banner zu drucken. So hergestellte Aufkleber und Banner sind kratzfest, sodass man bei vielen Anwendungen auf Lackierung oder Laminat verzichten kann. In der Praxis: Unser Test beginnt mit der Erstellung einiger Profile in den genannten RIP-Lösungen.

Wer das Optimum aus dem System herausholen möchte, sollte beim Tintenauftrag um jeden Prozentpunkt feilschen, um das beste Verhältnis von Tintentrocknung, Geschwindigkeit und Farbraum zu erzielen. Hier zeigt sich die Stärke der alternativen Programme, die eine feinfühlige Steuerung der Light-Farben und der variablen Tröpfchengrößen ermöglichen.

Ist das System einmal eingerichtet, gestaltet sich die Arbeit sehr komfortabel. Die Bedienung von Hard- und Software erfordern kein endloses Studium der Handbücher, da sich vieles nahezu von selbst erschließt. Die Handhabung der unterschiedlichen Druckmedien überzeugt uns ebenfalls. Durch die Beschränkung der Medienbreite auf 137 Zentimeter und das damit verbundene geringe Rollengewicht, ist die Medienhandhabung auch von einer Person gut zu bewerkstelligen.

Der Konturschnitt für Aufkleber hat uns ebenfalls gut gefallen. Der XC-540 schneidet dabei entlang eines vorher definierten Pfades. So lassen sich Logos in Form bringen oder Klebebuchstaben mit Farbverläufen produzieren. Die einzige Eigenschaft, die man beachten sollte, ist die Größe der Aufkleber. Bei extrem kleinen Formaten leidet die Präzision der Schnitte. Ob man den Konturschnitt mit dem Drucker erledigt oder doch lieber mit einem zusätzlichen Schneideplotter arbeitet, muss jeder Anwender selbst entscheiden. Doch Anwender, die Wert auf einfache Handhabung legen oder in der Firma wenig Platz haben, sind mit einer integrierten Print & Cut-Lösung sicher gut bedient.

Soljet Pro III XC-540

Hersteller: Roland DG
Internet: www.rolanddg.com
Technische Daten: Großformatiger InkJet-Drucker mit lösemittelhaltigen Tinten CMYKcm, Messer für Konturschnitt, maximale Medienbreite 137 Zentimeter, Auflösung bis 1.440 dpi.
Systemvoraussetzung: PC: ab Pentium IV, 2 GHz, 1 GB RAM, 40 GB freier Festplattenspeicher, Netzwerkkarte, Windows 2000 oder XP.
Vorzüge: Sehr gute Druckqualität, integrierte Funktion für Konturschnitt, RIP im Lieferumfang, einfache Handhabung.
Nachteile: Software mit Schwächen bei der Treiberfunktionalität.
Preise (zzgl. MwSt): Drucker 26.600 Euro, Trocknungseinheit 3.000 Euro
Vertrieb: Fachhandel
Wertung: • • • • • ¤

 

Ergebnisse: Besonders bei der zuletzt beschriebenen Anwendung kommt es auf eine möglichst gute Druckqualität an. Hier kann der XC-540 mit seiner maximalen Auflösung von 1.440 dpi punkten. Selbst kleinste Schriften oder feine Verläufe setzt der Drucker sauber um. Der Gamut der Eco-Sol-Max-Tinten ist erstaunlich groß. Im Test können wir zum Beispiel auf glänzenden Folien den Referenzfarbraum »isocoated« fast vollständig abbilden. Die Druckgeschwindigkeit ist materialabhängig und liegt bei realistischen drei bis zwölf Quadratmetern in der Stunde. Dies ist für einen vergleichsweise kleinen Lösemitteldrucker ein guter Wert.

Fazit: Wie bei vielen Großformatdruckern ist es auch beim Roland Soljet Pro III XC-540 nicht einfach, eindeutig zu bewerten. Zu unterschiedlich ist die Bedeutung von Druckbreite, Geschwindigkeit oder der Qualität für den einzelnen Anwender. Wenn diese Parameter passen, bekommt man mit dem XC-540 einen wirklich universellen Drucker. Könnten wir uns jedoch ein Wunschgerät konfigurieren, hätte es eine andere Software und wäre etwas breiter.

Oliver Digeon von Monteton/pe
PUBLISHINGPRAXIS MAI/JUNI 2007